Diese Seiten sollen Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen von Unterwegs beinhalten. "Unterwegs" bedeutet in diesem Falle, die Strecke zwischen Vientiane, Laos und Bürglen, Uri. Das Abenteuer mit dem Motorrad von Laos in die Schweiz zu fahren startet am 23. April 2011 und wird voraussichtlich 3-4 Monate in Anspruch nehmen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen ab und zu auf der Seite zu verweilen und in den Zeilen zu schmökern...

Samstag, 20. August 2011

News Flash!!!

Es ist vollbracht, die Reise ist zu Ende. Nach 23'000km und 4 Monaten unterwegs bin ich gestern von Freunden und Familie herzlichst in der Heimat empfangen worden. Ein schönes Gefühl wieder zu Hause zu sein und doch mutet es noch etwas komisch an jetzt nicht mehr jeden Tag das Moped beladen zu müssen, wieder vertraute Landschaften und Leute um sich zu haben. Aber auch an das wird man sich wieder gewöhnen.

Möcht mich noch bei allen Leuten bedanken, welche mich bei meiner Reise unterstützt haben, sei es mit Hilfe unterwegs, mit ihrer Gastfreundschaft, wertvollen Informationen, aber auch mit guten Gedanken und Wünschen von zu Hause auch. Vielen Dank für euere Unterstützung.

Donnerstag, 18. August 2011

Die Heimat naht


Hält aus der einsame Steuermann,
bis am Horizont er die Heimat sehn' kann.
Noch 24 Stunden bis Uri!

Kurv um Kurv nähert er sich dem Ziel,
bald in Trance, sich vergessend wie im Spiel.
Noch 12 Stunden bis Uri!

Links, rechts, hoch und runter,
die Stimmung immer besser, die Besatzung munter.
Noch 6 Stunden bis Uri!

Hinauf noch um die paar Ecken auf den letzten Pass,
Ein Genuss, Wahnsinn, ein riesen Spass.
Noch 3 Stunden bis Uri!

Sie Seele jubelt, das Herz brennt lichterloh,
bald sieht er seine Liebsten, er ist so froh.
Noch 1 Stund bis Uri!

Dort stehn' sie, er kann sie schon sehn',
Doch was soll er sagen, wie zu ihnen gehn'?
Noch 30 Minuten bis Uri!

Was soll er tun, was soll er machen?
Muss er weinen, kann er lachen?
Noch 15 Minuten bis Uri!

Fühlt sich verlorn' und doch so frei,
Beides gleichzeit zu machen, so ist ihm zu Mute,
In den Armen von Freunden ist's eh einerlei,
Er kann machen wie er's fühlt, das ist das Gute.
Noch 5 Minuten bis Uri!

Nun ist's geschafft, er ist hier,
die gelbe Flagge mit dem schwarzen Stier.
Hat dafür die halbe Welt umrundet,
viele Gegenden und Länder erkundet.
Noch 1 Minuten bis Uri!

Um manch Erfahrung wurd' er bereichert,
Hat alles in seinem Herzen wohl gespeichert.
Sein Herz doch weiss es, er kann sich nicht wehren,
Es ist an der Zeit nun nach Haus zu kehren.

Uri!

- Ende-

Sämi – nee, das ist nicht mein neuer Berner Sennenhund

Sämi ist ein guter Freund aus den Studienzeiten in Bern, den ich während meiner Zeit in Schweden kennengelernt habe. So kam es, dass aus einer fixen Idee er könne mich doch eine Zeit lang auf meinem Motorrad auf meiner Reise begleiten, tatsächlich Ernst wurde. So verabredete ich mich mit ihm, nach dem ich das Datum immer wieder nach hinten korrigieren musst da die Reise doch etwas länger dauerte als angenommen, für den 4. August in Podgorica, Montenegro. So düste ich am 1. August in Istanbul los, schlich mich katzenähnlich durch Griechenland hindurch (nahm noch Meteora mit, eine faszinierende Felsturmlandschaft mit abermals byzantinischen Kirchen drauf) und liess Albanien binnen eines Tages hinter mir um auf eine halbe Stunde genau (zu früh natürlich) am Flughafen in Podgorica Sämi in Empfang zu nehmen. War voll lustig ihn nach so langer Zeit wieder mal zu sehen und so gings dann auch den Rest des Trips weiter.
Meteora im Norden Griechenlands
Wir hatten uns vorgenommen, dass wir innerhalb einer Woche in Zagreb sind, wo Sämi wieder auf den Flug zurück in die Schweiz geht. So hatten wir für die etwas mehr als 600km also genügend Zeit und ob den doch eher engen Platzverhältnissen auf dem vollbepackten Moped, war dies auch sehr angebracht. So hatten wir meist kurze Tagesetappen, welche uns zu verschiedenen Campings an der Küstenstrasse in Kroatien führten und einige Abstecher in Nationalparks wie dem Krka N.P. oder dem berühmten Plitvica N.P. beinhalteten. Wir ritten auf Jolly beinahe lautlos über die Prärie und forschten auf Winnetous Spuren nach dem Schatz im Silbersee, welcher irgendwo im Plitvica N.P. wohl noch zu finden sein könnte. Trotz bestem Indianer Outfit gelang es uns aber nicht nach 7 stündiger Wanderung auch nur einen Indianer, oder zumindest Rauchzeichen zu erblicken und so gingen die zwei hobby-Winnetous unverrichteter Dinge wieder zurück in ihr Hotel. Diese Indianer wissen sich wirklich gut zu tarnen und zu verstecken, das kennt man ja aus den Filmen, aber da ist ja noch vieles möglich, aber dass wir in der Wirklichkeit auch keine gesehen haben, hat mich also wirklich erstaunt. Die habens also wirklich drauf die Jungs!!!
Voll bepackt und eng besetzt, da kam selbst der gute Jolly ins Schwitzen
Kroatische Küste

und so huschten wir über die Prärie

Vielleicht liegt da ja der Schatz am Silbersee

Plitvica National Park

Zwei Hobby-Indianer auf den Spuren von Winnetou
Mit viel Badeplausch, Entdeckungstouren, guten Diskussionen, idyllischer Natur, heissen Temperaturen und einem Sardinen ähnlichen Gefühl musste ich mich dann aber nach einer kurzen Woche wieder von Sämi verabschieden. Da ich mir auf dem Weg nach Zagreb noch ein massives Ölleck aufgelesen habe (mein rechter Schuh hat nun die Farbe von braun zu pechschwarz gewechselt) musste ich ihn dann auch noch ein wenig früher als geplant am Flughafen absetzen, da ich noch auf die Suche nach einem Mechanikus gehen musste. Und eigentlich wollte ich ja am gleichen Tag noch nach Budapest weiterdüsen, weil ich dort noch ans Szigetfestival wollte. Mit einer kleinen Fragerunde bei verschiedenen Garagen in der Stadt wurde ich dann zu einem ansässigen KTM Händler weitergeleitet und siehe da, der Typ hatte also alles an Ersatzteilen was man sich vorstellen konnte. Sein Mechaniker war leider in den Ferien, aber kurz um hat er einen Freund angerufen, der kam nach der Arbeit schnell vorbei und während sie mich zum Essen in ein Restaurant schickten, war die Sache innerhalb einer Stunde behoben. Jolly ist nun mehr oder weniger wieder trocken und der Weiterreise Richtung Budapest stand nichts mehr im Weg. Bin dann wegen der Verspätung zwar erst um 22.00 Uhr dort angekommen, aber ich wurde dann gleich von einer Freundin in Empfang genommen und konnte bei ihr meine Sachen einstellen und pennen. Und am nächsten Tag gings dann für drei Tage ans Sziget Festival.....jippppiiiieeeeee.....

Das Sziget war echt hammer und da noch eine kleine Urnerdelegation dort war, mit der ich mich traf, kamen da schon die ersten Heimatgefühle auf. Nach drei Tagen feiern, tanzen und singen habe ich meine Portion Festival für diesen Sommer trotzdem noch gekriegt und die postfestivaläre Grippe liess auch nicht lange auf sich warten. So stürzte ich mich tagsdrauf ein wenig angeschlagen in die letzte Etappe der Reise.

Die Destinationen hiessen Wien, wo ich Alex einen alten Bekannten aus Schwedenzeiten seit vier Jahren wieder mal getroffen habe. Ich konnte bei ihm pennen und wir waren noch gemütlich in der Strandbar in der Innenstadt aufn Bierchen aus. Dann war aber Schicht, da ich wegen der Grippe schon ziemlich ausgelaugt war. Weiter gings dann nach Salzburg, wo ich Clemens, einen weiteren Freund aus Schwedenzeiten und einen Kumpel von Alex noch getroffen habe. Und nun hock ich hier in Galtür in der Nähe von Ischgel und hab noch eine Nacht in der Ferne vor mir bevors dann in die Heimat geht.

Ach wie schön....

Mittwoch, 3. August 2011

Merhaba Türkiye

Von Georgien bin ich in den Nordosten der Türkei vorgestossen und hab mich langsam Richtung Mittelmeerküste vorgearbeitet. Auf dem Weg dorthin hab ich mitten im nirgendwo mein Zelt aufgeschlagen und wurde am ersten Morgen vom „AAAALLLLAAAAAHHHHHHHHH, AAALLLAAAHHHHHHH, AAAAAAAAA“ des ansässigen Müezzins geweckt. Trotz der weiten Verbreitung des Islams in den Ländern, welche ich bisher bereiste, war dies das erste Mal, dass ich den Aufruf zum Gebet gehört habe. In den Ländern Zentralasiens wurde dieser Brauch nämlich von Gesetztes wegen verbannt. So sollten mich diese Gebetsrufe für die nächsten zwei Wochen begleiten und in Zeiten der zeitlichen Desorientierung ein kleiner Anhaltspunkt der Tagesperiode, in welcher ich mich befand, bieten.

Auf dem Weg zur Mittelmeerküste schaute ich mir noch den Berg Nemrut Dagi mit seinen überdimensionierten Skulpturen an und traf auf dem Gipfel ein paar nette junge Türken, mit welchen ich Wein trank und Lieder sang. Ok, sie sangen die Lieder, ich trank den Wein, weil mein türkisch für die Lieder leider nicht ausreichte. Aber da die Türken ein Volk von Sängern und Tänzernb sind, ging das so voll in Ordnung. Am Morgen gings dann um 4.30 Uhr, nach einer schlaflosen Nacht im freien (wer zum Teufel hat eigentlich diese scheiss Mücken erfunden?), hoch auf den Gipfel für den Sonnenaufgang. Ein Spektakel, welches wegen bedecktem Himmel dann leider wenig von selbem für uns übrig hatte.
Nemrut Dagi

So machte ich mich aber, für einmal, früh auf den Weg und das war für die bevorstehende 550km Etappe nach Göreme, im Herzen der Türkei und Kappadokiens, wohl auch die richtige Taktik. Als ich vor Schlafanfällen schon fast vom Moped purzelte, haute ich mir mein erstes Red Bull seit Monaten hinter die Kiemen und noch einen Kaffee oben drauf und siehe da, ich war fit wie das Eichhörnchen aus „Over the Hedge“ einem Schluck Energy Drink. So war es dann ein leichtes den Rest der Etappe noch hinter mich zu bringen und ich erreichte Göreme zur Sonnenuntergangszeit. Ein herrlicher Anblick der sich mir hier bot, eine Szenerie, die kaum mit etwas anderem zu vergleichen ist. Plötzlich erheben sich da, wie aus dem Nichts, Felstürme und -bänder aus der Steppe. Höhlenwohnungen, welche in diese Felsen gehauen wurden erinnern an die Flinstones und ich fing schon an in alter Fred-Feuersteinmanier mit den Füssen Gas zu geben um nicht gegebenenfalls aufzufallen :-) Die nächsten drei Tage hauste ich in einer Höhlenwohnung und erkundete die Umgebung. Die Byzantiner, welche hier hausten verstanden es nicht nur, wunderschöne Orte und skurrile Umgebungen zu ihrem zu Hause zu machen, sie wussten sich auch gute Verstecke zu bauen. So wurden unterirdische Städte gebuddelt, welche bis zu 10'000 Menschen aufnehmen konnten. Anfälle von leichter Panik und Platzangst könnten einem in diesen Gängen schnell einmal heimsuchen, vor allem wenn man wieder an einer der engsten Stellen gegen einen weiteren koreanischen Reisetrupp ankämpfen muss, die natürlich wieder genau in die entgegengesetzte Richtung pilgern. Ich war dann froh wieder Tageslicht und frische Luft zu erhaschen und so beliess ich es bei gesehenem und begab mich tags darauf mit vielen weiteren schönen Eindrücken aus der Türkei hinunter an die Mittelmeerküste.

Höhlenwohnung in Göreme - Fred Feuerstein hätte wohl ein "Jabadabaduuuuu"
rausgebrüllt bei diesem Anblick

Einengende Verhältnisse in den unterirdischen Stätten der Byzantiner

Ein paar der skurrilen Formen in der Umgebung von Kappadokien
 (mich wohl miteingeschlossen)

Azur blau, türkis, dunkelblau, hellblau.....in allen verschiedenen Variationen kam mir das Meer zu Gesicht, als ich der Küste entlang von Adana, über Antalya, nach Olympos, Kabak und Fethiye fuhr. Dabei gab es Tage, da sprang ich an drei verschiedenen Stränden, getrieben von der Hitze, angezogen von den rauschenden Wellen ins Meer und frönte dem kühlen Nass. Am Patara Beach, dem mit 20km längsten Strand der Türkei, in Olympos, wo schon die Griechen ihre von der philosophischen Plackerei gebeutelten Häupter abkühlten und in Kabak, einem abgelegenen Strand mit einer kleinen Aussteigergemeinde wurde ich immer wieder aufs Neue mit neuen Varianten von Stränden beglückt. Besonders angetan hat es mir letzterer, weniger wegen der Aussteigergmeinde Sache, doch mehr wegen der ruhigen Verhältnisse und der kleinen Ansammlung an Menschen, welche diesen Platz aufsuchen. So verbrachte ich zwei ruhige Tage in Kabak, bevor ich mich schweren Herzens vom Meer losriss um wieder ins Landesinnere zu fahren. Auf dem Weg quer durch Anatolien nahm ich noch Pamukkale mit, eine alte römische Siedlung mit Badeanlage und wasserüberfluteter Terrassen (eine Art Alpamare ohne Rutschbahnen könnte man sagen).Man kann ja viel von unseren südlichen Nachbarn halten, aber nebst Pizza und Pasta verstehen sich die Jungs in der Zelebrierung des Bades und der Kunst. So war neben der grosszügig angelegten Badeanstalt auch noch ein Amphitheater vor Ort und eine Latrinenanlage bei der du dir gleich vor Erfurcht noch ein zweites Mal in die Hosen machst. Kurz gesagt eine von Planung und Durchführung her durchaus gelungene Sache dieses Pamukkale. Ob die auch den Spardelfin, wie im Moosi brauchten, um das alles bezahlen zu können wird wohl nie ganz geklärt werden können. Auf jeden Fall ging ich dann am nächsten Tag sehr entspannt an die letzte Etappe in der Türkei, nämlich zum Schlussbouquée nach Istanbul, aber das ist eine andere Geschichte....
Einsamer Strand von Kabak...

...mit hammer Farbe

Die Terrassen von Pamukkale

Das antike Bad in Pamukkale
(wegen dem Menschenauflauf hab ich mir das dann nicht angetan)

Amphitheater in Pamukkale -
wär mal was fürs OpenAir St.Gallen, so eine Bühne

Montag, 1. August 2011

Istanbul, not Constantinople, I say Istanbuuuuuuul

Freie Fahrt über die Brücke, ein breiter Fluss mit dunkelblauer Farbe fliesst unter dir durch...hmmm, ist das ein Fluss, oder was ist das genau? Das Schild "Welcome to Europe" auf der anderen Seite der Brücke beantwortete die Frage. Ich hab so eben den Bosporus überquert und hab seit rund 10 Monaten auf dem asiatischen Kontinent und nach drei Monaten Motorradreise wieder Fuss auf europäischen Boden gesetzt. Einen kurzen "Juuuchzer" konnte ich mir da natürlich nicht enthalten.

So bin ich dann schon mal mit einem guten Gefühl in die Stadt hinein gebraust und als ich so im Stau stand und um mich schaute, sprang mir ein Schild ins Auge "ATA Motors - KTM Shop". Ha, erwischt, da wollte ich nämlich später hin und dachte mir...."ach Gott, in dieser riesen Stadt diesen Shop zu finden wird wohl auch nicht ganz so einfach", aber manchmal, jaaa manchmal, da meint es der Zufall gut mit einem und ich fuhr da also geradewegs drauf zu. So hatte ich den nötigen Ölwechsel schon vor dem beziehen des Hotels erledigt, neue Reifen bestellt und das Moped für den Service angemeldet. Das Abenteuer Istanbul konnte also mit beruhigtem Gewissen angegangen werden.

So stürtzte ich mich Stunden später ins Getümmel dieser Metropole an der Grenze von Europa und Asien, diesem Platz der Geschichte, welcher immer wieder aufs neu seine Herrscher wechselte, Kulturen kommen und gehen sah und sich aufs neu wieder selbst fand. So zog ich munter drauflos durch die Gassen und lauscht hie und da einer Musikgruppe bis ich auf einmal ein paar Typen neben mir schweizerdeutsch sprechen hörte. Kurz um kamen wir ins Gespräch und sie führten mich zu einem Platz neben dem Galata Tower wo sich junge Istanbullus allabendlich versammeln um ein Bier zu trinken, zu schwatzen, philosophieren, singen und lachen. So pflanzten wir uns auch dort auf den Boden und mit der Unterstützung eines alten Mannes, welcher das Geschehen dort ein wenig unter seine Fittiche nahm und uns mit ein paar anderen Leuten ins Gespräch brachte, wurde unser Kreis immer grösser. Freunde von Freunden kamen dazu und bekannte der schweizer Jungs von gestern gesellten sich zu uns und so hatten wir eine muntere Runde und feierten bis in die frühen Morgenstunden. Da es uns so gut gefallen hat, verabredete ich mich mit den Schweizern für den nächsten Abend an selbem Ort. Daraus ergab sich dann eine weiter Nacht mit langer Feier und Abstecher in einen Klub und so zog sich auch die zweite Nacht in Istanbul bis in die Früh hin und der Spruch „Istanbul never sleeps“ wurde langsam zur „true story“.
Rotes Tram in Istanbul

Gemütlicher Sitzplatz am Galata Tower -
alter lustiger Mann, der uns in die Runde integrierte
Den Tag hindurch schlenderte ich durch die Stadt und schaute mir einige der zahlreichen alten Moscheen an, die es in Istanbul zu bewundern gibt. In einer Stadt wo die „New Mosque“ schon rund 500 Jahre alt ist, wird man eigentlich auf Schritt und Tritt von Geschichte begleitet und schaut und staunt um jede Ecke. Ein sehr eindrücklicher und interessanter Ort dieses Istanbul, das war schon mal klar. Natürlich durfte auch die kulinarische Erfahrung nicht zu kurz kommen, so gönnte ich mir Mittags ein Balik Ekmek (Fisch sandwich) direkt vom Boot am Hafen und zog weiter um einige Stunden später mal wieder einen Kebap zu verputzen und zum Dessert ein paar Baklava. Hmmmmm......herrlich dieses Essen und es gibt’s immer und überall....sehr lecker und seeeeehhhhr gefährlich für hungrige Reisende wie mich :-) Beim kleinen Snack auf der Parkbank wurde ich mal wieder Zeuge einer dieser Zufälle, die das Leben manchmal so für einen übrig hält und die einem einfach verblüffen. Als ich so meine (naja, sagen wirs so....eher auf der trockenen Seite des Spektrums der Skala befindliche) Maiskolbe ass (das hat man nun davon wenn man mal versucht was gesundes zu essen) und hochschau, seh ich diese Frau auf der Bank gegenüber und denk mir....“hmm, das ist doch Stephanie, die ich in Göreme schon getroffen habe“, hatte dann aber Zweifel, weil die eigentlich gesagt hatte sie geht nach Indien weiter. Als sie dann aber aufschaut und mich sieht, wars klar...das ist tatsächlich Stephanie. So trifft man sich auf der Welt, fünf Tage nach Göreme, auf irgendeiner Parkbank in Istanbul, beide mit einem leicht ernüchternden Maiskolbenerlebnis in der Hand aber fasziniert von den Zufällen des Lebens. So hatte ich auch schon Gesellschaft für die nächsten zwei, drei Tage gefunden und schaute mir einige Sachen mit ihr zusammen an. Am nächsten Tag traf ich dann noch ihre Hosts, denn sie war als Couchsurferin unterwegs und wir hatten mit den lieben Leuten eine gute Zeit. Schauten den asiatischen Teil Istanbuls an, wurden lecker bekocht und tanzten und sangen, ganz nach türkischer Manier, in der Wohnung herum. Ein echt türkisch-istanbulischer Erlebnis dieser Abend.
Balik Ekmek (Fischsandwich) - schwimmender Fischverkäufer

Aya Sofia

Tanzabend mit kulinarischem türkischen Essen

Am nächsten Tag hiess es dann aber schon wieder Abschied nehmen von Istanbul. Nach fünf Tagen, welche vorbeigingen wie im Flug und mir eine Metropole der spezielleren Art näher brachten, eine interessante und lebendige Stadt mit vielen Facetten zeigten und in mir ein „da-geh-ich-wieder-mal-hin-Gefühl“ hervorriefen, war es Zeit meine Reise wieder fortzusetzen.Der Weg geht weiter in vier Tagen von Istanbul nach Podgorica, Montenegro, wo ich Sämi, einen Freund aus Studienzeiten abholen werde. Er wird mich eine Woche lang bis nach Zagreb begleiten, d.h. wir werden uns zusammen auf mein Moped quetschen und der Küste entlang durch Kroatien düsen. Ich freu mich schon voll darauf und wir werden sicher eine super Zeit haben....