Diese Seiten sollen Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen von Unterwegs beinhalten. "Unterwegs" bedeutet in diesem Falle, die Strecke zwischen Vientiane, Laos und Bürglen, Uri. Das Abenteuer mit dem Motorrad von Laos in die Schweiz zu fahren startet am 23. April 2011 und wird voraussichtlich 3-4 Monate in Anspruch nehmen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen ab und zu auf der Seite zu verweilen und in den Zeilen zu schmökern...

Montag, 2. Mai 2011

Von Yaks und weiten Ebenen

Bis jetzt war die zurückgelegte Strecke für mich mehr Mittel zum Zweck, obschon wir auch hier viel Schönes und Spannendes gesehen haben, sind es die hohen Berge, die Hochplateaus mit ihren bis zum Horizont hinreichenden Weiten, auf welche ich mich besonders freute. Als wir vorgestern unsere motorisierten Pferde weiter in die Höhe trieben, die Luft anfing dünner zu werden, einem ein kühler wind um die Ohren Pfiff und die Täler sich weiteten und zu Ebenen öffneten, kamen wir diesem Ziel schon ein ganzes Stück näher. Shangri-La heisst unser derzeitiger Aufenthaltsort, in dem wir ein paar Tage rasten. Einerseits bleiben wir hier etwas länger um uns mal von den Strapatzen der Reise zu erholen und um uns an die Höhe zu gewöhnen, andererseits müssen wir noch auf unseren neuen chinesischen Guide warten, welcher uns nach Tibet begleiten wird und die entsprechenden Permits bei sich hat. Da ich mir beim Erklimmen der Hochebene noch eine Erkältung eingefangen habe, passt mir die kurze Pause auch persönlich ganz gut um mich gut zu erholen. 

Voll eingepackt in mehrere, nach dem Zwiebelprinzip funktionierende, Schichten machten wir uns heute auf, die Umgebung von Shangri-La einwenig zu erkunden. Mit dem Motorrad fuhren wir über die auf 3300m Höhe gelegene weite Ebene und verschafften uns auf einem nahe gelegenen Hügel einen Überblick. Die Hochebene, welche sich über dutzende von Kilometern erstreckt wird von noch höheren Bergen eingerahmt und so hat man trotz der Weite das Gefühl nicht ganz verloren zu sein. Doch wird einem bei diesen Anblicken klar, dass man selbst nur ein winziger Teil in dem Ganzen ist, dass eigene Probleme nichtig sind, da unwichtig klein. Man richtet den Blick in die Ferne, obwohl man schon fern ist und wird nachdenklich. Der Wind bläst einem ums Gesicht, man zieht sich die frische Luft bewusst in die Lunge, wie ein Kettenraucher will man gar nicht mehr aufhören und zieht und zieht und zieht abermals dieses unsichtbare, unfassbare Medium in sich herein. Der Blick schärft sich, schweift von einem Ende der Ebene zum andern, man versucht zu begreifen, zu verstehn, sieht hölzerne Häuser, welche mit ihren massiven Holzstämmen als  Fundament zum ganzen ich-fühl-mich-so-klein-Bild beitragen, weiter schweift der Blick und tausende schwarze Punkte beginnen sich auf einmal zu bewegen...zottlig, fellig, hornig, vierfüssig....meine ersten Yaks. Diese putzig anmutenden Langharkühe, bevölkern neben Pferden und Schafen die ganze Ebene. Sie kommen ohne Zäune aus, sind gegen Witterung und Kälte geschützt und begnügen sich mit dem, was ihnen die Natur bereitstellt. So riskierten wir einen näheren Blick und brausten mit Jolly J. und Rocinante (das "Pferd" von Conny und Boris) über die Weiden, zwischen den verdutzten Yaks hindurch. Ein sehr erfrischender Ausflug.

Traditionelles Holzhaus im Bau

Hochebene bei Shangri-La

Mit Jolly J. durch die Prärie

Yak Yak Yak

Shangri-La, was wie ein kosmisch-idyllischer Ort anmutet, ist in Wahrheit tatsächlich eine sinnliche Erfahrung. Ein Ort um Kraft zu tanken, in sich zu gehen und sich gleichzeitig allem um uns herum zu öffnen. Bis jetzt ein absolutes Highlight der Reise, gut dass wir Zeit haben hier ein wenig zu verweilen.

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