Dann hiess es weiter geht’s nach Bukhara, um dort nochmals zu pennen bevor es quer durch die Wüste nach Khiva, ganz im Westen Uzbekistans, ging. Lektion gelernt: In der Wüste ist nicht leicht Schatten zu finden. Verda..... war das heiß!!! Aber na gut, ich hab's dann nach Khiva geschafft und dort eine Nacht verbracht um am nächsten Abend nach Nukus aufzubrechen (Bilder zu Khiva: siehe letzer Post). Zu meinem Glück war es die nächsten Tage etwas bedeckt und somit sehr angenehm zum Fahren. Nukus, rund 450km von der Kazachengrenze entfernt, war der letzte Stopover in Uzbekistan. Von einem Typen im Guesthouse erfuhr ich dann, dass es hier nur niederoktanigen Sprit gibt und das auch nur Montags, Mittwochs und Freitags. Uff....und wat nuuun? Er konnte dann über seine Freunde, welche eine Tanke betreiben, organisieren, dass ich meine Kiste noch mit dem 80er Benzin volltanken konnte. Da es auf der ganzen Strecke zwischen Nukus und der Grenze keinen Sprit mehr geben sollte, hab ich mir noch zwei 5 Liter Kanister voll machen lassen und hab die dann auf's Bike geschnallt. Hmmm, mal überlegen....durchschnittlich hab ich bis jetzt 4.5 Liter auf 100 km gebraucht...19 Liter im Tank plus 10 extra....JAAAAAA, das reicht ja locker bis über die Grenze und dann ist ja wieder Benzin-Schlaraffenland o.ä.....so gedacht bin ich mit gutem Gefühl um 6 Uhr morgens aufgebrochen.
| Voll bepackt mit tollen Sachen, die das Fahren schöner machen, hinein ins Wüsten-feeling... (frei nach Zott Sahne-Yoghurt Werbespot) |
Der Weg führte 450km quer durch die Wüste, halb Schotterpiste, halb Asphalt dauerte die Fahrt doch so ihre Zeit und so nach 280km aufm Buckel fängt die Kiste mitten im niergendwo plötzlich an zu stottern...pfff, pffttt...pftzpftpft...ffffff.......AUS....Häää? Wat nun schon wieder? Kann ja nicht sein. Mal Reservetank eingeschaltet und siehe da, die Kiste lief wieder. Das heisst, Sprit schon alle. SHIT (Entschuldigung für die vulgäre Ausdrucksweise, aber anders war dies nicht zu kommentieren), normalerweise geht die Reserve nämlich erst so bei 360km an. Herausgestellt hat sich dann, dass die Änderung an der Zündkurve, welche ich wegen des niederoktanigen Sprits vorgenommen hatte, dazu führte, dass Jolly viel grösseren Durst hatte als normal. Dann füllte ich die Reservekanister ein und während ich weiterfuhr fing das grosse Rechnen an. Rund 17 Liter auf 280km, das heisst mit einem Liter schaffe ich ungefähr 16km. Jetzt hab ich nochmals knapp 10 Liter nachgetankt, das reicht nochmals für 160km. 280 + 160 = 440. Zur Grenze sinds 450km, mit den zwei Litern Reservetankvolumen sollte das also so knapp mal reichen.
| Hurra, das sollte reichen.... |
Also nahm ich für die nächsten 3 Stunden meine aerodynamisch hochstehende, optimale Tom-Lüti-Position ein und drosselte das Tempo ein wenig um etwas Sprit zu sparen. Und siehe da, leicht stotternd erreichte ich die Grenze...Phuu, das war mal geschafft. Die Überquerung der Grenze stellte sich dann gegenüber aller Erwartungen als einfachster Teil des Tages heraus und so war ich innerhalb einer Stunde aus Uzbekistan raus und in Kazachstan drin. "ICH BIN AUCH EIN BORAT"!!!
Leider war auf der anderen Seite nichts vom Benzin-Schlaraffenland zu sehen, will heissen, keine Tanke in Sicht und das Moped schon auf Reserve, was mir ungefähr einen Spielraum von 20km liess. Da hab ich mal ein paar der Kazachen, die da so rumstanden, nach einer Tanke und Benzin gefragt. So handelte ich mir für 10 Dollar 2 Liter Benzin ein und tauschte noch meine restlichen Sum in Tenge um (der Typ hat mir einen gnadenlos schlechten Kurs gegeben, ahnungslos liess ich ihn aber gewähren). Die nächste Tanke soll 25km weit weg sein....das sollte zu schaffen sein, das war alles was mich in diesem Moment beschäftigte (Ein Königreich für eine Tanke, so zu sagen). Dann endlich kam sie, die Oase des motorisierten Kamels, die Freude des modernen Nomaden, die vor Benzin in 93er Qualität nur so sprudelnde und sehnlichst erwartete Tankstelle. Also Junge, ich brauch die Kiste voll, hau rein was du hast, ich bezahl in Dollar!!! „Nix Dollar, Rubel“!!! „What the f***!!! Streich dir deine Rubel sonst wo hin und gib mir jetzt Benzin du Spinner (dachte ich mir)!!! So blieb mir schliesslich nichts anderes übrig, als die paar wenigen Tenge, welche ich mit meinem super Umtauschkurs an der Grenze erstanden hatte, hervorzukramen und ihm zu geben. Ein paar Tasten später erschien eine 6 auf dem Taschenrechner. 6 Liter gibt’s für die paar Kröten. Hmm, immerhin, ich rechnete mit 2 Litern. Er sagte mir dann, dass Beyneu, mein Tagesziel, 60km entfernt ist und dort gäbe es wieder Benzin (vielleicht auch für Dollar). Ok, das sollte reichen und so führte ich meine Benzin-Odyssee noch ein paar Kilometer weiter.
In Beyneu angekommen direkt zur Tanke gesteuert. „Nix Dollar, Rubel!!!“ Wieder dieser Mist. „Change money.....bazar...there....“ Ok, so stotterte ich mit den letzten Litern Sprit noch ein paar Ecken weiter und siehe da, die zweite wundersame Erscheinung des Tages, ein Bankomat!!! Und im Gegensatz zu den uzbekischen Varianten dieser Maschinen akzeptierte dieser meine Karte sogar. So haute ich mir mal 40'000 Tenge raus und fuhr erhobenen Hauptes zurück zur Tanke. Jolly mit gutem 93er vollgestopft und auch die extra Kanister noch gefüllt.....der Tag war gerettet. Dann gabs zum Abschluss noch mein Lieblingsessen in den Stans „Shashlik“ und fix und fertig von diesem aufwühlenden Tag haute ich mich im Hotel auf die Laken....
| Der verdiente Tageslohn - Shashlik |
Aus, Aus, Aus und vorbei.....dat war vielleicht ein Tag....
…....to be continued.......
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen