Diese Seiten sollen Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen von Unterwegs beinhalten. "Unterwegs" bedeutet in diesem Falle, die Strecke zwischen Vientiane, Laos und Bürglen, Uri. Das Abenteuer mit dem Motorrad von Laos in die Schweiz zu fahren startet am 23. April 2011 und wird voraussichtlich 3-4 Monate in Anspruch nehmen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen ab und zu auf der Seite zu verweilen und in den Zeilen zu schmökern...

Samstag, 20. August 2011

News Flash!!!

Es ist vollbracht, die Reise ist zu Ende. Nach 23'000km und 4 Monaten unterwegs bin ich gestern von Freunden und Familie herzlichst in der Heimat empfangen worden. Ein schönes Gefühl wieder zu Hause zu sein und doch mutet es noch etwas komisch an jetzt nicht mehr jeden Tag das Moped beladen zu müssen, wieder vertraute Landschaften und Leute um sich zu haben. Aber auch an das wird man sich wieder gewöhnen.

Möcht mich noch bei allen Leuten bedanken, welche mich bei meiner Reise unterstützt haben, sei es mit Hilfe unterwegs, mit ihrer Gastfreundschaft, wertvollen Informationen, aber auch mit guten Gedanken und Wünschen von zu Hause auch. Vielen Dank für euere Unterstützung.

Donnerstag, 18. August 2011

Die Heimat naht


Hält aus der einsame Steuermann,
bis am Horizont er die Heimat sehn' kann.
Noch 24 Stunden bis Uri!

Kurv um Kurv nähert er sich dem Ziel,
bald in Trance, sich vergessend wie im Spiel.
Noch 12 Stunden bis Uri!

Links, rechts, hoch und runter,
die Stimmung immer besser, die Besatzung munter.
Noch 6 Stunden bis Uri!

Hinauf noch um die paar Ecken auf den letzten Pass,
Ein Genuss, Wahnsinn, ein riesen Spass.
Noch 3 Stunden bis Uri!

Sie Seele jubelt, das Herz brennt lichterloh,
bald sieht er seine Liebsten, er ist so froh.
Noch 1 Stund bis Uri!

Dort stehn' sie, er kann sie schon sehn',
Doch was soll er sagen, wie zu ihnen gehn'?
Noch 30 Minuten bis Uri!

Was soll er tun, was soll er machen?
Muss er weinen, kann er lachen?
Noch 15 Minuten bis Uri!

Fühlt sich verlorn' und doch so frei,
Beides gleichzeit zu machen, so ist ihm zu Mute,
In den Armen von Freunden ist's eh einerlei,
Er kann machen wie er's fühlt, das ist das Gute.
Noch 5 Minuten bis Uri!

Nun ist's geschafft, er ist hier,
die gelbe Flagge mit dem schwarzen Stier.
Hat dafür die halbe Welt umrundet,
viele Gegenden und Länder erkundet.
Noch 1 Minuten bis Uri!

Um manch Erfahrung wurd' er bereichert,
Hat alles in seinem Herzen wohl gespeichert.
Sein Herz doch weiss es, er kann sich nicht wehren,
Es ist an der Zeit nun nach Haus zu kehren.

Uri!

- Ende-

Sämi – nee, das ist nicht mein neuer Berner Sennenhund

Sämi ist ein guter Freund aus den Studienzeiten in Bern, den ich während meiner Zeit in Schweden kennengelernt habe. So kam es, dass aus einer fixen Idee er könne mich doch eine Zeit lang auf meinem Motorrad auf meiner Reise begleiten, tatsächlich Ernst wurde. So verabredete ich mich mit ihm, nach dem ich das Datum immer wieder nach hinten korrigieren musst da die Reise doch etwas länger dauerte als angenommen, für den 4. August in Podgorica, Montenegro. So düste ich am 1. August in Istanbul los, schlich mich katzenähnlich durch Griechenland hindurch (nahm noch Meteora mit, eine faszinierende Felsturmlandschaft mit abermals byzantinischen Kirchen drauf) und liess Albanien binnen eines Tages hinter mir um auf eine halbe Stunde genau (zu früh natürlich) am Flughafen in Podgorica Sämi in Empfang zu nehmen. War voll lustig ihn nach so langer Zeit wieder mal zu sehen und so gings dann auch den Rest des Trips weiter.
Meteora im Norden Griechenlands
Wir hatten uns vorgenommen, dass wir innerhalb einer Woche in Zagreb sind, wo Sämi wieder auf den Flug zurück in die Schweiz geht. So hatten wir für die etwas mehr als 600km also genügend Zeit und ob den doch eher engen Platzverhältnissen auf dem vollbepackten Moped, war dies auch sehr angebracht. So hatten wir meist kurze Tagesetappen, welche uns zu verschiedenen Campings an der Küstenstrasse in Kroatien führten und einige Abstecher in Nationalparks wie dem Krka N.P. oder dem berühmten Plitvica N.P. beinhalteten. Wir ritten auf Jolly beinahe lautlos über die Prärie und forschten auf Winnetous Spuren nach dem Schatz im Silbersee, welcher irgendwo im Plitvica N.P. wohl noch zu finden sein könnte. Trotz bestem Indianer Outfit gelang es uns aber nicht nach 7 stündiger Wanderung auch nur einen Indianer, oder zumindest Rauchzeichen zu erblicken und so gingen die zwei hobby-Winnetous unverrichteter Dinge wieder zurück in ihr Hotel. Diese Indianer wissen sich wirklich gut zu tarnen und zu verstecken, das kennt man ja aus den Filmen, aber da ist ja noch vieles möglich, aber dass wir in der Wirklichkeit auch keine gesehen haben, hat mich also wirklich erstaunt. Die habens also wirklich drauf die Jungs!!!
Voll bepackt und eng besetzt, da kam selbst der gute Jolly ins Schwitzen
Kroatische Küste

und so huschten wir über die Prärie

Vielleicht liegt da ja der Schatz am Silbersee

Plitvica National Park

Zwei Hobby-Indianer auf den Spuren von Winnetou
Mit viel Badeplausch, Entdeckungstouren, guten Diskussionen, idyllischer Natur, heissen Temperaturen und einem Sardinen ähnlichen Gefühl musste ich mich dann aber nach einer kurzen Woche wieder von Sämi verabschieden. Da ich mir auf dem Weg nach Zagreb noch ein massives Ölleck aufgelesen habe (mein rechter Schuh hat nun die Farbe von braun zu pechschwarz gewechselt) musste ich ihn dann auch noch ein wenig früher als geplant am Flughafen absetzen, da ich noch auf die Suche nach einem Mechanikus gehen musste. Und eigentlich wollte ich ja am gleichen Tag noch nach Budapest weiterdüsen, weil ich dort noch ans Szigetfestival wollte. Mit einer kleinen Fragerunde bei verschiedenen Garagen in der Stadt wurde ich dann zu einem ansässigen KTM Händler weitergeleitet und siehe da, der Typ hatte also alles an Ersatzteilen was man sich vorstellen konnte. Sein Mechaniker war leider in den Ferien, aber kurz um hat er einen Freund angerufen, der kam nach der Arbeit schnell vorbei und während sie mich zum Essen in ein Restaurant schickten, war die Sache innerhalb einer Stunde behoben. Jolly ist nun mehr oder weniger wieder trocken und der Weiterreise Richtung Budapest stand nichts mehr im Weg. Bin dann wegen der Verspätung zwar erst um 22.00 Uhr dort angekommen, aber ich wurde dann gleich von einer Freundin in Empfang genommen und konnte bei ihr meine Sachen einstellen und pennen. Und am nächsten Tag gings dann für drei Tage ans Sziget Festival.....jippppiiiieeeeee.....

Das Sziget war echt hammer und da noch eine kleine Urnerdelegation dort war, mit der ich mich traf, kamen da schon die ersten Heimatgefühle auf. Nach drei Tagen feiern, tanzen und singen habe ich meine Portion Festival für diesen Sommer trotzdem noch gekriegt und die postfestivaläre Grippe liess auch nicht lange auf sich warten. So stürzte ich mich tagsdrauf ein wenig angeschlagen in die letzte Etappe der Reise.

Die Destinationen hiessen Wien, wo ich Alex einen alten Bekannten aus Schwedenzeiten seit vier Jahren wieder mal getroffen habe. Ich konnte bei ihm pennen und wir waren noch gemütlich in der Strandbar in der Innenstadt aufn Bierchen aus. Dann war aber Schicht, da ich wegen der Grippe schon ziemlich ausgelaugt war. Weiter gings dann nach Salzburg, wo ich Clemens, einen weiteren Freund aus Schwedenzeiten und einen Kumpel von Alex noch getroffen habe. Und nun hock ich hier in Galtür in der Nähe von Ischgel und hab noch eine Nacht in der Ferne vor mir bevors dann in die Heimat geht.

Ach wie schön....

Mittwoch, 3. August 2011

Merhaba Türkiye

Von Georgien bin ich in den Nordosten der Türkei vorgestossen und hab mich langsam Richtung Mittelmeerküste vorgearbeitet. Auf dem Weg dorthin hab ich mitten im nirgendwo mein Zelt aufgeschlagen und wurde am ersten Morgen vom „AAAALLLLAAAAAHHHHHHHHH, AAALLLAAAHHHHHHH, AAAAAAAAA“ des ansässigen Müezzins geweckt. Trotz der weiten Verbreitung des Islams in den Ländern, welche ich bisher bereiste, war dies das erste Mal, dass ich den Aufruf zum Gebet gehört habe. In den Ländern Zentralasiens wurde dieser Brauch nämlich von Gesetztes wegen verbannt. So sollten mich diese Gebetsrufe für die nächsten zwei Wochen begleiten und in Zeiten der zeitlichen Desorientierung ein kleiner Anhaltspunkt der Tagesperiode, in welcher ich mich befand, bieten.

Auf dem Weg zur Mittelmeerküste schaute ich mir noch den Berg Nemrut Dagi mit seinen überdimensionierten Skulpturen an und traf auf dem Gipfel ein paar nette junge Türken, mit welchen ich Wein trank und Lieder sang. Ok, sie sangen die Lieder, ich trank den Wein, weil mein türkisch für die Lieder leider nicht ausreichte. Aber da die Türken ein Volk von Sängern und Tänzernb sind, ging das so voll in Ordnung. Am Morgen gings dann um 4.30 Uhr, nach einer schlaflosen Nacht im freien (wer zum Teufel hat eigentlich diese scheiss Mücken erfunden?), hoch auf den Gipfel für den Sonnenaufgang. Ein Spektakel, welches wegen bedecktem Himmel dann leider wenig von selbem für uns übrig hatte.
Nemrut Dagi

So machte ich mich aber, für einmal, früh auf den Weg und das war für die bevorstehende 550km Etappe nach Göreme, im Herzen der Türkei und Kappadokiens, wohl auch die richtige Taktik. Als ich vor Schlafanfällen schon fast vom Moped purzelte, haute ich mir mein erstes Red Bull seit Monaten hinter die Kiemen und noch einen Kaffee oben drauf und siehe da, ich war fit wie das Eichhörnchen aus „Over the Hedge“ einem Schluck Energy Drink. So war es dann ein leichtes den Rest der Etappe noch hinter mich zu bringen und ich erreichte Göreme zur Sonnenuntergangszeit. Ein herrlicher Anblick der sich mir hier bot, eine Szenerie, die kaum mit etwas anderem zu vergleichen ist. Plötzlich erheben sich da, wie aus dem Nichts, Felstürme und -bänder aus der Steppe. Höhlenwohnungen, welche in diese Felsen gehauen wurden erinnern an die Flinstones und ich fing schon an in alter Fred-Feuersteinmanier mit den Füssen Gas zu geben um nicht gegebenenfalls aufzufallen :-) Die nächsten drei Tage hauste ich in einer Höhlenwohnung und erkundete die Umgebung. Die Byzantiner, welche hier hausten verstanden es nicht nur, wunderschöne Orte und skurrile Umgebungen zu ihrem zu Hause zu machen, sie wussten sich auch gute Verstecke zu bauen. So wurden unterirdische Städte gebuddelt, welche bis zu 10'000 Menschen aufnehmen konnten. Anfälle von leichter Panik und Platzangst könnten einem in diesen Gängen schnell einmal heimsuchen, vor allem wenn man wieder an einer der engsten Stellen gegen einen weiteren koreanischen Reisetrupp ankämpfen muss, die natürlich wieder genau in die entgegengesetzte Richtung pilgern. Ich war dann froh wieder Tageslicht und frische Luft zu erhaschen und so beliess ich es bei gesehenem und begab mich tags darauf mit vielen weiteren schönen Eindrücken aus der Türkei hinunter an die Mittelmeerküste.

Höhlenwohnung in Göreme - Fred Feuerstein hätte wohl ein "Jabadabaduuuuu"
rausgebrüllt bei diesem Anblick

Einengende Verhältnisse in den unterirdischen Stätten der Byzantiner

Ein paar der skurrilen Formen in der Umgebung von Kappadokien
 (mich wohl miteingeschlossen)

Azur blau, türkis, dunkelblau, hellblau.....in allen verschiedenen Variationen kam mir das Meer zu Gesicht, als ich der Küste entlang von Adana, über Antalya, nach Olympos, Kabak und Fethiye fuhr. Dabei gab es Tage, da sprang ich an drei verschiedenen Stränden, getrieben von der Hitze, angezogen von den rauschenden Wellen ins Meer und frönte dem kühlen Nass. Am Patara Beach, dem mit 20km längsten Strand der Türkei, in Olympos, wo schon die Griechen ihre von der philosophischen Plackerei gebeutelten Häupter abkühlten und in Kabak, einem abgelegenen Strand mit einer kleinen Aussteigergemeinde wurde ich immer wieder aufs Neue mit neuen Varianten von Stränden beglückt. Besonders angetan hat es mir letzterer, weniger wegen der Aussteigergmeinde Sache, doch mehr wegen der ruhigen Verhältnisse und der kleinen Ansammlung an Menschen, welche diesen Platz aufsuchen. So verbrachte ich zwei ruhige Tage in Kabak, bevor ich mich schweren Herzens vom Meer losriss um wieder ins Landesinnere zu fahren. Auf dem Weg quer durch Anatolien nahm ich noch Pamukkale mit, eine alte römische Siedlung mit Badeanlage und wasserüberfluteter Terrassen (eine Art Alpamare ohne Rutschbahnen könnte man sagen).Man kann ja viel von unseren südlichen Nachbarn halten, aber nebst Pizza und Pasta verstehen sich die Jungs in der Zelebrierung des Bades und der Kunst. So war neben der grosszügig angelegten Badeanstalt auch noch ein Amphitheater vor Ort und eine Latrinenanlage bei der du dir gleich vor Erfurcht noch ein zweites Mal in die Hosen machst. Kurz gesagt eine von Planung und Durchführung her durchaus gelungene Sache dieses Pamukkale. Ob die auch den Spardelfin, wie im Moosi brauchten, um das alles bezahlen zu können wird wohl nie ganz geklärt werden können. Auf jeden Fall ging ich dann am nächsten Tag sehr entspannt an die letzte Etappe in der Türkei, nämlich zum Schlussbouquée nach Istanbul, aber das ist eine andere Geschichte....
Einsamer Strand von Kabak...

...mit hammer Farbe

Die Terrassen von Pamukkale

Das antike Bad in Pamukkale
(wegen dem Menschenauflauf hab ich mir das dann nicht angetan)

Amphitheater in Pamukkale -
wär mal was fürs OpenAir St.Gallen, so eine Bühne

Montag, 1. August 2011

Istanbul, not Constantinople, I say Istanbuuuuuuul

Freie Fahrt über die Brücke, ein breiter Fluss mit dunkelblauer Farbe fliesst unter dir durch...hmmm, ist das ein Fluss, oder was ist das genau? Das Schild "Welcome to Europe" auf der anderen Seite der Brücke beantwortete die Frage. Ich hab so eben den Bosporus überquert und hab seit rund 10 Monaten auf dem asiatischen Kontinent und nach drei Monaten Motorradreise wieder Fuss auf europäischen Boden gesetzt. Einen kurzen "Juuuchzer" konnte ich mir da natürlich nicht enthalten.

So bin ich dann schon mal mit einem guten Gefühl in die Stadt hinein gebraust und als ich so im Stau stand und um mich schaute, sprang mir ein Schild ins Auge "ATA Motors - KTM Shop". Ha, erwischt, da wollte ich nämlich später hin und dachte mir...."ach Gott, in dieser riesen Stadt diesen Shop zu finden wird wohl auch nicht ganz so einfach", aber manchmal, jaaa manchmal, da meint es der Zufall gut mit einem und ich fuhr da also geradewegs drauf zu. So hatte ich den nötigen Ölwechsel schon vor dem beziehen des Hotels erledigt, neue Reifen bestellt und das Moped für den Service angemeldet. Das Abenteuer Istanbul konnte also mit beruhigtem Gewissen angegangen werden.

So stürtzte ich mich Stunden später ins Getümmel dieser Metropole an der Grenze von Europa und Asien, diesem Platz der Geschichte, welcher immer wieder aufs neu seine Herrscher wechselte, Kulturen kommen und gehen sah und sich aufs neu wieder selbst fand. So zog ich munter drauflos durch die Gassen und lauscht hie und da einer Musikgruppe bis ich auf einmal ein paar Typen neben mir schweizerdeutsch sprechen hörte. Kurz um kamen wir ins Gespräch und sie führten mich zu einem Platz neben dem Galata Tower wo sich junge Istanbullus allabendlich versammeln um ein Bier zu trinken, zu schwatzen, philosophieren, singen und lachen. So pflanzten wir uns auch dort auf den Boden und mit der Unterstützung eines alten Mannes, welcher das Geschehen dort ein wenig unter seine Fittiche nahm und uns mit ein paar anderen Leuten ins Gespräch brachte, wurde unser Kreis immer grösser. Freunde von Freunden kamen dazu und bekannte der schweizer Jungs von gestern gesellten sich zu uns und so hatten wir eine muntere Runde und feierten bis in die frühen Morgenstunden. Da es uns so gut gefallen hat, verabredete ich mich mit den Schweizern für den nächsten Abend an selbem Ort. Daraus ergab sich dann eine weiter Nacht mit langer Feier und Abstecher in einen Klub und so zog sich auch die zweite Nacht in Istanbul bis in die Früh hin und der Spruch „Istanbul never sleeps“ wurde langsam zur „true story“.
Rotes Tram in Istanbul

Gemütlicher Sitzplatz am Galata Tower -
alter lustiger Mann, der uns in die Runde integrierte
Den Tag hindurch schlenderte ich durch die Stadt und schaute mir einige der zahlreichen alten Moscheen an, die es in Istanbul zu bewundern gibt. In einer Stadt wo die „New Mosque“ schon rund 500 Jahre alt ist, wird man eigentlich auf Schritt und Tritt von Geschichte begleitet und schaut und staunt um jede Ecke. Ein sehr eindrücklicher und interessanter Ort dieses Istanbul, das war schon mal klar. Natürlich durfte auch die kulinarische Erfahrung nicht zu kurz kommen, so gönnte ich mir Mittags ein Balik Ekmek (Fisch sandwich) direkt vom Boot am Hafen und zog weiter um einige Stunden später mal wieder einen Kebap zu verputzen und zum Dessert ein paar Baklava. Hmmmmm......herrlich dieses Essen und es gibt’s immer und überall....sehr lecker und seeeeehhhhr gefährlich für hungrige Reisende wie mich :-) Beim kleinen Snack auf der Parkbank wurde ich mal wieder Zeuge einer dieser Zufälle, die das Leben manchmal so für einen übrig hält und die einem einfach verblüffen. Als ich so meine (naja, sagen wirs so....eher auf der trockenen Seite des Spektrums der Skala befindliche) Maiskolbe ass (das hat man nun davon wenn man mal versucht was gesundes zu essen) und hochschau, seh ich diese Frau auf der Bank gegenüber und denk mir....“hmm, das ist doch Stephanie, die ich in Göreme schon getroffen habe“, hatte dann aber Zweifel, weil die eigentlich gesagt hatte sie geht nach Indien weiter. Als sie dann aber aufschaut und mich sieht, wars klar...das ist tatsächlich Stephanie. So trifft man sich auf der Welt, fünf Tage nach Göreme, auf irgendeiner Parkbank in Istanbul, beide mit einem leicht ernüchternden Maiskolbenerlebnis in der Hand aber fasziniert von den Zufällen des Lebens. So hatte ich auch schon Gesellschaft für die nächsten zwei, drei Tage gefunden und schaute mir einige Sachen mit ihr zusammen an. Am nächsten Tag traf ich dann noch ihre Hosts, denn sie war als Couchsurferin unterwegs und wir hatten mit den lieben Leuten eine gute Zeit. Schauten den asiatischen Teil Istanbuls an, wurden lecker bekocht und tanzten und sangen, ganz nach türkischer Manier, in der Wohnung herum. Ein echt türkisch-istanbulischer Erlebnis dieser Abend.
Balik Ekmek (Fischsandwich) - schwimmender Fischverkäufer

Aya Sofia

Tanzabend mit kulinarischem türkischen Essen

Am nächsten Tag hiess es dann aber schon wieder Abschied nehmen von Istanbul. Nach fünf Tagen, welche vorbeigingen wie im Flug und mir eine Metropole der spezielleren Art näher brachten, eine interessante und lebendige Stadt mit vielen Facetten zeigten und in mir ein „da-geh-ich-wieder-mal-hin-Gefühl“ hervorriefen, war es Zeit meine Reise wieder fortzusetzen.Der Weg geht weiter in vier Tagen von Istanbul nach Podgorica, Montenegro, wo ich Sämi, einen Freund aus Studienzeiten abholen werde. Er wird mich eine Woche lang bis nach Zagreb begleiten, d.h. wir werden uns zusammen auf mein Moped quetschen und der Küste entlang durch Kroatien düsen. Ich freu mich schon voll darauf und wir werden sicher eine super Zeit haben....

Samstag, 16. Juli 2011

Die Fähre, 72-h race und cha-cha

Nach einer Woche Warterei, einigen verpassten Chancen und weiteren Problemen beim Ticket lösen, war es dann am Sonntag 3. Juli endlich so weit. "Es gibt eine Fähre, sie fährt um Mitternacht und es hat noch Platz". So einfach kanns doch sein. Tja, da das Personal am Hafen an der Kasse aber Sonntags normalerweise nicht arbeitet, gab's da doch noch so einige Problemchen. Nach einigen Telefonaten einer hilfsbereiten Angestellten des Ticketoffice wurden aber die entsprechenden Leute organisiert und wir packten unsere Sachen und fuhren um Mitternacht zum Hafen. Dann ging der Spiessroutenlauf um die Formulare und Stempel los. Von einem Häusschen zum nächsten wurden wir geschickt. Da war einer wieder mal gerade am Essen......warten für eine Stunde....Customs....Stempel....Fireinspection.....den Typ um morgens um drei aus seinem Kabäusschen geklopft, die Bikes hat er nie gesehen, aber die Stempel hat's gegeben. Fahrzeuginspektion.....hmmmmm, der Typ ist am pennen, braucht ihr nicht zu machen. "OK!!!". Dann geht's hier zur Gepäckinspektion....oder doch nicht???....oder wie???.....die Angestellten dort hatten etwa gleich viel Ahnung vom Vorgang mit Motorrädern wie wir und so war es dann 06.30 Uhr als wir endlich alles beisammen hatten und auf die Fähre tuckerten. Geschafft!!!! Nach 24h Überfahrt und noch 4 weiteren Stunden Zollabwicklung am anderen Ende war es geschafft, die Reise kann weitergehen.

Die Fähre

Geschafft! The other side of the Caspian Sea - Baku
Jetzt kann ich in Aserbajian mein hart erkämpftes 30 Tage Visum auskosten. Denkste!!! Natürlich gabs da wieder einen Stolperstein. Da für die Bikes extra Bedingungen herrschen bekam ich ein eigenes Formular fürs Moped....in 72h muss das Motorrad Aserbajian verlassen!!! Suuuuuuuuuper Sache. Damit beginnt die Ralley Baku-Tiflis. Da Aserbajian nicht so gross ist, war das fahrtechnisch nicht so eine Sache, aber Schade war's dass man so nicht viel vom Land mitbekommen hat. Einen Tag Baku angeschaut und dann gings ab auf die Piste. Tja, dann hald mehr Zeit in Georgien.

Und diese Zeit in Georgien war wirklich sehr schön. Ich war ein paar Tage in Tiflis, hab dort einige andere Reisende getroffen, die mir diverse Spots nahegelegt haben. Und so machte ich mich die nächsten Tage darauf die abgelegene Berglandschaft Georgiens zu erkunden. Ich fuhr auf einer Schotterpiste auf einen 3000 m hohen Pass und nach Omalo, ein kleines Bergdorf in der Tushetiregion. Dort spannte ich ein paar Tage aus und hab mit zwei Israelis, welche ich dort getroffen habe, noch eine Tour mit Pferden gemacht (nach dem das ja in Kirgistan nicht klappen wollte). War super mit den Pferden, bis es dann in der Hälfte der Strecke zu Regnen anfing. Dann haben wir aber die berühmte georgische Gastfreundschaft erfahren dürfen. Wir suchten bei einem Haus Unterschlupf vor dem Regen und wurden sogleich zum Essen und Trinken eingeladen. Eine Gruppe junger Leute aus Tiflis, waren hier für eine Woche in den Bergen in den Ferien. Wir haben mit ihnen zusammen am Tische gesessen, welcher mit Speisen überhäuft war, es gab Bier, Wasser und Cha-Cha dazu. Letzteres Feuerwasser hatte es in sich und vor jedem Glas gab's eine Ansprache, denn der Georgier trinkt nie ohne Grund. So stiessen wir auf unsere Familie, Freunde, Gesundheit, Jesus, uns selbst, Georgien, Gastfreundschaft und was weiss ich noch alles an....und da die Gläser immer mehr gefüllt wurden, kam der Alkoholpegel schon langsam in illegale Höhen. Gut hatten wir unsere Pferde und die wussten den Weg, so mussten wir uns nach der Verabschiedung von unseren Gastgebern nur noch auf die behuften Vierbeiner schwingen, uns gut festhalten und der Rückweg war eine sicher Sache. Wie ich von anderen Reisenden gehört hab, geht das in den georgischen Bergen immer so zu. So kann eine 2-stündige Wanderung schon mal einen ganzen Tag in Anspruch nehmen, da man bei jeder Hütte, an der man vorbeikommt, zu Cha-Cha und Essen eingeladen wird. Nichts für zügige Wanderer also, aber auf jeden Fall eine Erfahrung für sich.

Reitabenteuer

Unsere Gastgeber in den Bergen
Passstrasse nach Omalo

Wie's der Zufall so wollte habe ich in Omalo oben noch einen Ex-Motocrossweltcupfahrer aus Österreich getroffen. Er war mit seiner massiven KTM Adventure 990 in die Berge gefahren und wir haben uns prächtig unterhalten und er hat mir noch ein paar Tips gegeben. Auf dem Weg zum Pass hoch, kam mir am Vortag schon ein Motorradmechaniker aus Tiflis entgegen, der mich dazu aufforderte, ihn in Tiflis zu besuchen. So hatte ich bei Wiederankunft in Tiflis dann schon eine Unterkunft und verbrachte einige Tage mit ihm. Wir schraubten etwas am Bike herum und machten Tagestouren in der Umgebung. Auf einer dieser Touren trafen wir dann noch zwei estische Motorradfahrer und die wurden dann sogleich ins Boot mit eingeladen. So fuhren wir dann zu viert noch einen Tag herum bevor ich mich dann wieder auf den Weg machte.

Heinz Koller - Ex-Motocrossweltcupfahrer
Nun sitz ich in Batumi an der georgischen Schwarzmeerküste und hatte gestern schon mit ein paar Georgiern einen netten Abend der sich bis um 7 Uhr morgens hinzog. Geendet hat das Ganze bei Bier, Wurst und Brot bei ihnen zuhause. Die Gastfreundschaft in diesem Land ist echt der Hammer. Aber da alles auch mal ein Ende hat, werde ich mich morgen zur letzten Etappe meiner Reise aufmachen. Es geht in die Türkei und von da dann weiter an der Adriaküste hoch nach Kroatien. Aber zuerst sicher mal zwei Wochen Türkei, mit einem Städtetrip nach Istanbul....

Weitere Einzelheiten dazu im nächsten Post......
Tschau Tschau

Samstag, 2. Juli 2011

Sittin' on the dock of the bay....

"No ferry this week, mayyyybeeee next week", mit diesen Worten wurde ich am letzten Montag hier in Aktau empfangen. Seit dem warte ich hier am westlichen Ende Kazachstans am kaspischen Meer darauf, dass irgendwo am Horizont doch nochmal so ein Dampfer daher kommt. Gestern bin ich dann noch mal zum Hafen hin um mich zu erkundigen. Nach dem ich zu zwei Stunden Warterei verdonnert wurde bekam ich dann am Schluss die Info, dass an diesem Freitag eine Fähre gewesen wäre, die aber leider schon voll ist. Aha, das war wohl nichts mit dem ersten Eintrag auf die Liste und "We call you when there is a ferry", so hab ich dieses Ding wieder verpasst. Nun bin ich aber offiziell auf der Liste des Hafens, mit Registrierung des Bikes und allem und muss nun noch 3-4 Tage warten, dann sollte es losgehen. Hab dann am Hafen noch zwei französische Radfahrer getroffen, welche von Peking nach Hause unterwegs sind und das gleiche Schicksal teilen und später kam dann noch eine andere 4-köpfige Truppe dazu, welche mit drei Seitenwagenmotorrädern von Shanghai nach Paris unterwegs sind. Nun sitzten wir alle im gleichen Boot, das heisst dies bleibt zu hoffen, da wir alle auf die nächste Fähre warten.

Die Warterei ging aber eigentlich bis jetzt recht schnell über die Bühne. Ich hab am ersten Abend hier in Aktau ein nettes Kazachenpäärchen (Oleg und Jane) kennengelernt, die mich hier tatkräftig unterstützen. Sie halfen mir ein Hotel zu finden und zeigten mir eine Garage wo ich kleine Unterhaltsarbeiten am Bike vornehmen kann, führten mich zum Essen aus und fuhren mich zu diversen Stränden. Vorgestern war aber die Krönung des Ganzen: Ich wurde von den beiden in einem alten Lada 4x4 abgeholt und wir fuhren zum Markt, 2 kg Fleisch gekauft und noch etwas Gemüse. Dann fuhren wir ein bisschen ausserhalb der Stadt zum Strand. Oleg gab mir dann Taucherbrille, Flossen, Handschuhe und einen Plastiksack und wir stürzten uns ins Meer um nach "Crayfishs" zu suchen. Also tauchten wir runter und hoben Steine hoch und fingen die kleinen Krebstiere, welche sich darunter versteckten ein und steckten sie in die Tüte. Nach 30min hatten wir beide den Sack voll und gingen an Land. Dort wurde Wasser in einem Eimer überm Feuer aufgekocht und dann das Getier ihrem Schicksal übergeben. Nach 10min waren sie fertig und wir begannen unsere selbst gefangene Vorspeise zu essen. Danach gabs noch 2 kilo Shashlik und wir waren alle satt. Beim nächtlichen Schwumm im Meer sahen wir dann noch eine Schlange im Wasser, welche wir an Land drängten und ich dann, Crocodile Hunter mässig, mit meinen eigenen Händen gefangen habe. War das erste mal, dass ich überhaupt eine Schlange in Händen hielt und sie gleich selbst zu fangen war natürlich ein bessonderes Erlebnis. Da soll noch einer sagen, dass Fernsehn nicht bildet. Wie oft hab ich Crocodile Hunter bei seinen tollkühnen Schlangenaktionen über die Schulter geschaut und so war das kein Problem die Schlange zu fassen. Da wir alle schon satt waren, wurde die Schlange dann nicht gekocht :-) Nee, nee, hatten wir auch gar nie vor. Wir entliessen die kleine wieder in ihren natürlichen Lebensraum.

Voll bewaffnet auf Krebsfang

...und so sah das Getier dann aus

gemütliches Krebschenpick-nik

Hauptspeise: Shashlik, mmmhhhhhhhh

Unser Spot


meine erste selbst gefangene Schlange
Danach war der Abend gelaufen und wir fuhren zurück. Dann wurde wieder eines dieser Rätsel der Welt aufgedeckt: Ein Lada eignet sich nicht unbedingt um Sanddünen hochzufahren. Und so waren auch noch drei andere Pick-ups sich am Hügel erklimmen zu versuchen. Und sie alle scheiterten. So spannten wir zusammen und schoben eine Karre nach der anderen den kleinen Sandhügel hoch.....war das ein Krampf. Dann war aber wirklich Schluss und ich wurde zurück ins Hotel gebracht. What a day!!!!

The lovely persons, who made that all possible
Oleg and Jane, thanks a lot
Man kann sich also durchaus schlechtere Plätze zum Warten auf eine Fähre aussuchen als Aktau....

Montag, 27. Juni 2011

Die Benzin-Odyssee

Dann hiess es weiter geht’s nach Bukhara, um dort nochmals zu pennen bevor es quer durch die Wüste nach Khiva, ganz im Westen Uzbekistans, ging. Lektion gelernt: In der Wüste ist nicht leicht Schatten zu finden. Verda..... war das heiß!!! Aber na gut, ich hab's dann nach Khiva geschafft und dort eine Nacht verbracht um am nächsten Abend nach Nukus aufzubrechen (Bilder zu Khiva: siehe letzer Post). Zu meinem Glück war es die nächsten Tage etwas bedeckt und somit sehr angenehm zum Fahren. Nukus, rund 450km von der Kazachengrenze entfernt, war der letzte Stopover in Uzbekistan. Von einem Typen im Guesthouse erfuhr ich dann, dass es hier nur niederoktanigen Sprit gibt und das auch nur Montags, Mittwochs und Freitags. Uff....und wat nuuun? Er konnte dann über seine Freunde, welche eine Tanke betreiben, organisieren, dass ich meine Kiste noch mit dem 80er Benzin volltanken konnte. Da es auf der ganzen Strecke zwischen Nukus und der Grenze keinen Sprit mehr geben sollte, hab ich mir noch zwei 5 Liter Kanister voll machen lassen und hab die dann auf's Bike geschnallt. Hmmm, mal überlegen....durchschnittlich hab ich bis jetzt 4.5 Liter auf 100 km gebraucht...19 Liter im Tank plus 10 extra....JAAAAAA, das reicht ja locker bis über die Grenze und dann ist ja wieder Benzin-Schlaraffenland o.ä.....so gedacht bin ich mit gutem Gefühl um 6 Uhr morgens aufgebrochen.


Voll bepackt mit tollen Sachen, die das Fahren schöner machen, hinein ins Wüsten-feeling...
(frei nach Zott Sahne-Yoghurt Werbespot)

Der Weg führte 450km quer durch die Wüste, halb Schotterpiste, halb Asphalt dauerte die Fahrt doch so ihre Zeit und so nach 280km aufm Buckel fängt die Kiste mitten im niergendwo plötzlich an zu stottern...pfff, pffttt...pftzpftpft...ffffff.......AUS....Häää? Wat nun schon wieder? Kann ja nicht sein. Mal Reservetank eingeschaltet und siehe da, die Kiste lief wieder. Das heisst, Sprit schon alle. SHIT (Entschuldigung für die vulgäre Ausdrucksweise, aber anders war dies nicht zu kommentieren), normalerweise geht die Reserve nämlich erst so bei 360km an. Herausgestellt hat sich dann, dass die Änderung an der Zündkurve, welche ich wegen des niederoktanigen Sprits vorgenommen hatte, dazu führte, dass Jolly viel grösseren Durst hatte als normal. Dann füllte ich die Reservekanister ein und während ich weiterfuhr fing das grosse Rechnen an. Rund 17 Liter auf 280km, das heisst mit einem Liter schaffe ich ungefähr 16km. Jetzt hab ich nochmals knapp 10 Liter nachgetankt, das reicht nochmals für 160km. 280 + 160 = 440. Zur Grenze sinds 450km, mit den zwei Litern Reservetankvolumen sollte das also so knapp mal reichen.
Hurra, das sollte reichen....
Also nahm ich für die nächsten 3 Stunden meine aerodynamisch hochstehende, optimale Tom-Lüti-Position ein und drosselte das Tempo ein wenig um etwas Sprit zu sparen. Und siehe da, leicht stotternd erreichte ich die Grenze...Phuu, das war mal geschafft. Die Überquerung der Grenze stellte sich dann gegenüber aller Erwartungen als einfachster Teil des Tages heraus und so war ich innerhalb einer Stunde aus Uzbekistan raus und in Kazachstan drin. "ICH BIN AUCH EIN BORAT"!!!
Leider war auf der anderen Seite nichts vom Benzin-Schlaraffenland zu sehen, will heissen, keine Tanke in Sicht und das Moped schon auf Reserve, was mir ungefähr einen Spielraum von 20km liess. Da hab ich mal ein paar der Kazachen, die da so rumstanden, nach einer Tanke und Benzin gefragt. So handelte ich mir für 10 Dollar 2 Liter Benzin ein und tauschte noch meine restlichen Sum in Tenge um (der Typ hat mir einen gnadenlos schlechten Kurs gegeben, ahnungslos liess ich ihn aber gewähren). Die nächste Tanke soll 25km weit weg sein....das sollte zu schaffen sein, das war alles was mich in diesem Moment beschäftigte (Ein Königreich für eine Tanke, so zu sagen). Dann endlich kam sie, die Oase des motorisierten Kamels, die Freude des modernen Nomaden, die vor Benzin in 93er Qualität nur so sprudelnde und sehnlichst erwartete Tankstelle. Also Junge, ich brauch die Kiste voll, hau rein was du hast, ich bezahl in Dollar!!! „Nix Dollar, Rubel“!!! „What the f***!!! Streich dir deine Rubel sonst wo hin und gib mir jetzt Benzin du Spinner (dachte ich mir)!!! So blieb mir schliesslich nichts anderes übrig, als die paar wenigen Tenge, welche ich mit meinem super Umtauschkurs an der Grenze erstanden hatte, hervorzukramen und ihm zu geben. Ein paar Tasten später erschien eine 6 auf dem Taschenrechner. 6 Liter gibt’s für die paar Kröten. Hmm, immerhin, ich rechnete mit 2 Litern. Er sagte mir dann, dass Beyneu, mein Tagesziel, 60km entfernt ist und dort gäbe es wieder Benzin (vielleicht auch für Dollar). Ok, das sollte reichen und so führte ich meine Benzin-Odyssee noch ein paar Kilometer weiter.
In Beyneu angekommen direkt zur Tanke gesteuert. „Nix Dollar, Rubel!!!“ Wieder dieser Mist. „Change money.....bazar...there....“ Ok, so stotterte ich mit den letzten Litern Sprit noch ein paar Ecken weiter und siehe da, die zweite wundersame Erscheinung des Tages, ein Bankomat!!! Und im Gegensatz zu den uzbekischen Varianten dieser Maschinen akzeptierte dieser meine Karte sogar. So haute ich mir mal 40'000 Tenge raus und fuhr erhobenen Hauptes zurück zur Tanke. Jolly mit gutem 93er vollgestopft und auch die extra Kanister noch gefüllt.....der Tag war gerettet. Dann gabs zum Abschluss noch mein Lieblingsessen in den Stans „Shashlik“ und fix und fertig von diesem aufwühlenden Tag haute ich mich im Hotel auf die Laken....


Der verdiente Tageslohn - Shashlik

Aus, Aus, Aus und vorbei.....dat war vielleicht ein Tag....

…....to be continued.......

The Silk Road Project


So könnte man das Unterfangen „Uzbekistan“ auch nennen. Zwei Tagestouren von der Grenze in Osh entfernt erreichten wir schliesslich Tashkent, das Endziel der VTChallenger Gruppe (Vientiane-Tashkent Challenge). Das hiess „Endstation“ für Conny, Boris und Horst und somit organisieren des Rücktransports der Bikes nach Bangkok. Ich für meinen Teil hatte hier noch das Visum für Turkmenistan zu besorgen und so quartierten wir uns mal für ein paar Tage in einem Hotel in Tashkent ein. Die Aktion „Turkmenistanvisum“ scheiterte nach kurzer Anlaufzeit an der Unfreundlichkeit des Botschaftpersonals und der doch eher zurückhaltenden Willkommensgesten gegenüber Touristen. Das Visum hätte mindestens 20 Tage gedauert und für's Bike hät's an der Grenze auch nochmal einige Hürden zu überwinden gegolten. Kurz um entschied ich mich daher meine Route etwas anzupassen und über Kazachstan (Aktau) zu gehen und dort die Fähre zu erwischen. Das Kazachstanvisum war eine kurze Sache (freundlicher Wachmann liess mich zweimal in der Schlange von Position 50 nach 5 vor, da er gesehen hatte, das ich hoffnungslos verwirrt war mit der Einschreibeliste :-) ) und so hatte ich nach ein paar Tagen mein (zweites) Kazachstanvisum in der Hand.

Um uns die Wartezeit (für mich Visum, für die VTChallengers Rückflug nach Bangkok) zu verkürzen machten wir Touren zu den Stätten der Seidenstrasse. Währen Conny und Boris nach Khiva, Bukhara und Samarkand gingen, nahmen Horst und ich uns nur Bukhara vor. Ich hatte später auf meiner Route zur kasachischen Grenze dann Samarkand und Khiva noch auf dem Weg und so war der Ausflug mit dem Zug nach Bukhara eine gute Sache. Bukhara, Samarkand und Khiva sind alles ehemalige Hochburgen an der Seidenstrasse, wo sich Händler, Karavanen und andere Gesellen getroffen hatten um ihre Waren an den Mann (die Frau) zu bringen. Während in Bukhara die Altstadt eine abgekapselte Insel in Mitten der Neustadt ist, vermischen sich alte und neue Gebäude in Samarkand und in Khiva ist die Altstadt wiederum durch die Stadtmauer vom Rest ganz abgekapselt, so zu sagen ein Freilichtmuseum der alten Schule. So hatte jede dieser drei Stätten ihre Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten.
Bukhara by night

Mosque in Bukhara


Amir Temur Tomb in Samarkand

Shai-i-Zinda in Samarkand

Nie vollendeter Turm in Khiva


old-Khivas city wall

Khiva by night

Zurück in Tashkent nach dem Ausflug nach Bukhara musste ich noch einen weiteren Ölwechsel vollziehen und liess mir noch den Sattel etwas abändern. Mit der Hilfe einiger lieber Uzbeken waren diese Dinge schnell erledigt. Ein Typ hüpfte kurzerhand auf mein Moped und wir fuhren quer durch die Stadt um passende Öl zu finden, dann halfen mir drei Jungs den Ölwechsel zu machen, den Zigarettenanzünder zu montieren (nein, ich bin nicht zum Raucher montiert, aber nun kann ich mithilfe eines Adapters während der Fahrt meinen iPod und mein Handy laden :-) ). Der Sattler hobelte und klebte dann für 2.5 Stunden noch an meinem Sattel rum und nun sieht er zwar etwas komisch aus, ist aber umso bequemer. Somit stand dem Aufbruch ins „neue“ Abenteuer nichts mehr im Weg. Ich verabschiedete mich einen Tag später von Conny, Boris und meinem Zimmergenossen Horst und machte mich „free solo“ auf meinen Heimweg. Erste Station „Samarkand; dort habe ich vier Kroaten im Guesthouse getroffen und bin mit denen zwei Tage durch die Gassen gezogen. Unter anderem waren wir an einer Weindegustation (die meisten waren dort aber nach meinem Geschmack nicht wirklich geniessbar, ich glaub süsse Dessertweine sind nicht so meine Spezialität, aber der Coniac war nicht übel ;-)) und haben uns noch ein paar Sehenswürdigkeiten angeschaut und dann gab's noch Reisetips für Kroatien aus ersten Hand. Aber mal schauen, ist ja noch ein weiter Weg bis dahin...

PS: hier noch ein Müsterchen wie das mit dem Geld in Uzbekistan aussieht: 1000 Sum ist die grösste Note, dies entspricht ungefähr 50 Rp. Der offizielle Kurs ist 1 USDollar = 1700 Sum, auf dem Schwarzmarkt tauscht man für 2400 Sum. So macht man das in Uzbekistan, man läuft immer mit einer Tüte Kohle rum, weil man Bündelweise davon benötigt um irgendwas zu bezahlen....
Ich hab richtig fett Kohle!!!



Montag, 20. Juni 2011

New Pictures!!!

Check it out. New pictures from the last couple of days/weeks on this page: Pictures

This is also a work around for the missing pictures of the last post, because uploading pictures to the blog seems not to work in Uzbekistan (at least at the moment).

Dienstag, 14. Juni 2011

Yurt camps, Open Air Russendisko und die 2. Schweiz

Schon ist der Aufenthalt in Kirgistan wieder vorbei und es ist Zeit kurz zu reflektieren was uns dieses Land alles geboten hat. Kaum aus China raus kamen wir von der gelben Wüste in die grünen Hügel Kirgistans. Die Kamele wurden durch Pferde ersetzt, von denen es weit mehr als Menschen zu geben schien. Diese trabten über die saftigen Wiesen und bewegten sich frei von Zäunen in Herden ihrer Natur entsprechend. Abermals plagten wir unsere Motorräder über kilometerlange Schotterpisten um schliesslich in einem kleinen Seitental spät abends ein Yurt Camp zu erreichen. Dort wurden wir von den freundlichsten Gastgebern, die man sich vorstellen kann, herzlichst empfangen. Yuri und Solja bewirteten uns wie ihre eigenen Kinder (im wahrsten Sinne des Wortes). Solja stand beim Händewaschen mal hinter mir und krempelte mir die heruntergerutschten Ärmel meines Pullovers hoch, damit diese nicht nass wurden, oder sie sagte: "Chiir Simon, eat, eat" und gab mir eine weitere Schüssel vorzüglicher Suppe, oder Porrige, oder Pancake oder Schnaps. So fühlten wir uns all rund um wohl und hatten jetzt schon ein positives Gefühl mit Kirgistan. Als Yuri dann den Schnaps auspackte und wir uns nach draussen begaben, Solja den Radio rausbrachte und russische Tanzmusik abspielte und wir in der Nacht unterm Sternenhimmel, neben den Yurten im freien tanzten wurde uns allen klar: "Hier gehen wir auf jeden Fall irgendwann wieder mal her". Einen besseren Einstand in ein neues Land kann man sich wohl kaum vorstellen und so herzlich die Begrüssung so herzlich der Abschied. Yuri sagte uns dann, dass wir uns in ein paar Jahren sicher wieder sehen, wenn wir dann mit unseren Familien und unseren Kindern wieder bei ihm vorbeischauen. Mal sehen ob er recht behalten wird. Aber Kirgistan ist auf allefälle mal topgesetzt auf der "da-will-ich-wieder-mal-hin-Liste".

Die weitere Reise verlieh diesem Statement nurnoch mehr Durchschlagskraft. Das nächste Yurt Camp in dem wir übernachteten war am Song-Köl See. Dort wurden wir im Dunkeln empfangen und wiederum mit leckeren Suppen und frischem Fisch aus dem See verköstigt. Die kühle Nacht hier oben verbrachten wir auf dem Boden der Yurte, weich gebetet auf Matten und eingehült in unsere Schlafsäcke. Der Holzofen im Zelt sorgte für angenehme Wärme und einen guten Schlaf.

Die Strasse wandt sich dann am nächsten Tag durch weitere Täler mit klaren Flüssen vorbei an weiteren Pferdeherden hinunter zum Yssy-Köl, dem grössten See Kirgistan, welcher zu Sowjetzeiten als Kurort für alle Genossen diente. Zeitzeugen dieser vergangenen Tage sieht man entlang der Strecke genug. Viele heruntergekommene Hotels und Gästhäuser, Badeanstalten und der gleichen sind dutzendfach am Wegrand verteilt. In Karakol, am Ostende des Sees, schlugen wir dann für einige Tage unser Lager auf. Der See wurde auf seine badetauglichkeit geprüft, eine eher frische Angelegenheit und am nächsten Tag machten sich Horst und ich zu Pferd auf zu den Hot Springs oben in Altin Arashan. Sagte ich zu Pferd? Hmpfff....das war anfänglich der Plan. Wir begaben uns zum vereinbarten Treffpunkt, wo Pferd und Horse Guide auf uns warten sollten. Nach einer halben Stunde kamen dann tatsächlich mal drei Pferde an, aber der Guide liess weiterhin auf sich warten. Nach einigen Telefonaten und Vertröstungen auf die nächsten 10 Minuten war immer noch nix zu sehen. Als wir dann zwei Stunden und eine Salamibrotzeit später immer noch warteten hatten wir die Faxen langsam dicke. Unser Guide derweilen wohl mit Investitionen in hochprozentige Anlagen beschäftigt (anm.: Spekulation der Redaktion), organisierten wir uns einen Geländewagen, welcher von Vladimir mit äusserstem Geschick über die überaus holprige Piste gemsengleich nach Altin Arashan geführt wurde. Von all den "Strapazen" erholten wir uns beim dreistündigen Bad in den heissen Quellen. Unser "privates" Bad war in einem kleinen Hüttchen direkt am kalten Fluss. So wechselten sich heisse lange Bäder mit gelegentlichen kurzen Sprüngen ins eiskalte Flusswasser ab. Drei Stunden und zwei Bier später waren wir "totaaaaaaal relaxed" und zufrieden. Die Sache mit dem verkorxten Pferderitt war vergessen und wir schlummerten wie zwei kleine Babies friedlich in den Schlaf.

Am nächsten Tag machten wir dann die Bekannschaft mit Valentin, einem 60-jährigen Ex-Motocrossfahrer und -trainer, in dessen Guesthouse wir die Nacht verbrachten. Unter anderem bekamen wir von ihm noch einen Kontakt in Bishkek um unsere Bikes dort reparieren zu können (einige kleinere Sachen). Valentin war, wie es sich für die Kirgiesen gehört, wiederum sehr freundlich und offen und unterhielt uns mit etlichen Geschichten. Dann führte er uns noch zu einer natürlichen Hot Spring, welche in den Felsen eingebettet war und Horst und ich liessen uns nicht zweimal bitten und sprangen vor dem Abstieg (diesmal zu Fuss) nochmals in das warme Nass ein. Trotz dem Misslungenen Ausritt, war es ein absolut guter Ausflug und schliesslich waren wir zufrieden noch zu Fuss das Tal hinunter wandern zu können....Ende gut, Alles gut...nicht wahr?

Nach Karakol ging es dann weiter nach Bishkek, leider hielten wir uns in der Stadt nicht all zu lange auf und bekamen nur einen kurzen Einblick von der grünen, mit Parks und Bäumen durchzogenen, sehr gemütlich anmutenden Stadt. Nach dem wir unsere Bikes repariert hatten war wir noch zum "Z'Nacht" bei der Schweizer Botschafterin in Bishkek eingeladen. Ein vorzügliches Essen, ein "Schwumm" im Pool und einige sehr nützliche Informationen später machten wir uns dann am nächsten Tag auf Richtung Osh, wo wir die Grenze nach Usbekistan passieren würden.

Unterwegs übernachteten wir noch einmal am Fluss Naryn, entlange welchem unser Weg meist führte. Danach gings nach Jalal-Abad und am nächsten Tag nach Osh. Die Überquerung der Grenze ging problemlos über die Bühne. Auf der Uzbekenseite dauerte es zwar eine Weile, doch das ganze Huhn und Brot vom Vortag verkürzte unsere Wartezeit und da alle sehr freundlich waren machte uns das Warten auch nichts aus. So liessen wir also die 2. Schweiz (wie die Krigiesen ihr Land auch nennen) hinter uns und wir führen unseren Weg weiter, der Rest der Gruppe bis zu ihrem Ziel in Tashkent und ich, bis in die 1. Schweiz, meine Heimat.

PS: Wegen technischen Problemen war es leider noch nicht möglich Bilder zum Post hochzuladen, dies wird erledigt sobald möglich. Ich bitte die Leserschaft um Entschuldigung. Aber benutzt einfach eure Fantasie und stellt euch saftig grüne Wiesen, grasende Pferde, blaue Bäche, noch blauere Seen und zwei "Nackedeier" im Hot Spring vor, dann könnt ihr ungefähr erahnen was wir so alles gsehen und erlebt haben.....

Montag, 30. Mai 2011

Dree Keneesen met dem Kentrebess

Die letzten zwei Wochen (man beachte das Datum!!!) fegten wir über die verschiedenen Ebenen des chinesischen Nordwestens. Da wir noch eine nicht geplante Detour nach Xining machen mussten haben wir die Tagestrips etwas verlängert und ungefähr 600-700km pro Tag auf dem Asphalt hinter uns gebracht. Da, einmal in einer neuen Ebene drin, sich die Landschaft für Stunden nicht wirklich veränderte, war uns der Eilkurs auch von der Seite her recht. Wir kamen nun vom tibetischen Hochplateau hinunter in wärmere Gefilde (so dachten wir). Doch die nächsten Tage von Golmud über Xining bis nach Duonhong waren mit die kältesten des ganzen Trips. Wir hatten Schneegestöber auf 3700 m.ü.M., eisige Winde in den Ebenen und vereiste Fahrbahn, da gefriert dir glatt der Schnurrbart....aber irgendwann war es dann vorbei mit der Kälte und so standen wir einen Tag später schon wieder am Rand der Taklamakamwüste, entlang welcher wir uns den Weg Richtung Kashgar bahnten. Vom tiefsten Punkt unserer Reise an, Turpan (-50 m.u.NN.) war das Klima dann wesentlich anders. Hier war sengende Hitze, Sandsturm und glühender Asphalt die Tagesordnung. Z.T. fühlte man sich mehr in einem Segelboot als auf einem Motorrad, da man sich so stark in den Wind legen musste um noch auf der Spur zu bleiben. Aber die Schweizer unter uns (schliesslich sind wir ja eine Segelnation – Alinghi sei Dank) wussten wie man hart am Wind fährt und so liessen wir uns dadurch nicht beirren. Als wir dann aber mal einen Tag mit Rückenwind erwischten, fegten wir nur so über die Strasse und der Geräuschpegel im Helm war auch schon wesentlich angenehmer.

Schneegestoeber auf 3700 m.u.M.

That's a "great" wall


Wir erfuhren so in den letzten zwei Wochen die verschiedenen Gesichter von China auf sehr eindrucksvolle Weise. Das Dargebotene reichte noch weiter als bei den „Dree Keneesen met dem Kentrebess“ und so wurden Schnee, Nässe, Eis, Kälte, Yaks, Schafe, karge Steppen und Buddhistische Tempel binnen Tagesfrist mit saftigen Gräsern, Oasen ähnlichen Dörfern, Alleen gesäumten Strassen, trottenden Kamelen, Hitze pur, Karavanen-Wüsten-feeling und dem orientalisch-muslimisch angehauchten Bazargetümmel ausgetauscht. Dies Alles brachte uns an die Grenzen des Aufnehmbaren und so zogen wir einige Tage Rast in Kashgar ein, so wie das bei den Karavanen in den alten Tagen auch der Fall war. Kashgar war einer der Knotenpunkte auf der alten Seidenstrasse und bis heute ist dieser Geist von Händlertum, Austausch von Kulturen und Gastfreundschaft spürbar. Von hier aus wird uns unser Weg dann Richtung Kirgistan führen und so mussten auch noch ein paar administrative Dinge mit dem Grenzübergang geklärt werden.
Unsere ersten Kamele

Reb(berge) in Turpan


Wassermangel - nicht nur im Boden

Inzwischen verbrachten wir die Zeit in Kashgar mit Viehschau auf dem grossen Viehmarkt, wo wir die Fettarschschafe (der biologisch, lateinische Name wird wohl leicht anders sein) betrachteten oder erneut um ein weiteres Messer vom Bazar handelten und feilschten, bis wir dann am Schluss wieder einmal „GOOD KNIFE THIS IS, ONLY KNIFE LIKE THIS ON MARKET“ erstanden hatten (Horst und ich brachten es zusammen auf fünf Messer, aber auf jeden Fall alle ihr Geld wert :-) )
Aliens beim Fruechte kaufen - immer wieder eine Attraktion


Die Fettarschschafe


Nebst all dem Vergnügen mussten auch noch einige Kleinigkeiten an den Bikes gemacht werden. Über Kontakte, welche wir über ein paar chinesische Biker von Unterwegs bekommen hatten, fanden wir ein paar Typen, die uns ihre Garage für den Unterhalt zur Verfügung stellten. Da einer von ihnen noch Mechaniker war half er Boris auch gleich dabei sein Öl triefendes Moped zu überholen. Am Ende haben wir uns mit den Guys angefreundet, sie haben uns noch ihre Sammlung alter Seitenwagenmotorräder gezeigt und da wir noch auf der Suche nach einer Fahrgelegenheit für einen Ausflug nach Tashkurgant waren, bot sich einer von ihnen noch als Fahrer an. So hatten wir wieder mal die Eierlegendewollmilchsau gefunden und der Trip nach Tashkurgant und zum Karakolsee war ein absoluter „winner“.

Gletschtersee beim Karakolsee

Jolly 2 und ich unterwegs
Chan, unserer Fahrer, hat uns sehr gut betreut, obwohl er kein Wort englisch konnte. Er hat uns auf Seitenwegen noch mit seinem Mazda Coupé über Schotterstrassen zu einem Gletscher hochgefahren, uns zu einem guten Restaurant geführt und ist mit uns über die Hochebene bei Tashkurgant gelaufen, nach dem wir die Steinruinen der alten Stadt besichtigt hatten. Auf dem Rückweg haben wir noch einen Ausritt mit dem „echten“ Jolly Jumper um den Karakolsee gemacht und ich musste feststellen, dass ich wohl doch noch etwas mehr Übung auf einem Pferd brauche, bevor ich meinen Jolly Jumper gegen sein natürliches Pendant eintauschen könnte um die Tour zu Ende zu bringen. Aber es war eine schöne Sache.

Somit war die Zeit in Kashgar schon bald zu Ende und mit ihr gingen auch die fünf Wochen China dahin. Es war eine sehr erfahrungsreiche und eindrucksvolle Zeit in diesem riesigen und abwechslungsreichen Land mit seinen vielen freundlichen Menschen, dem guten Essen, den atemberaubenden Landschaften, den speziellen Hotelausstattungen („Watch out for Landslide“)
 und Tankgewohnheiten, der spirituellen Seite, den Klima- und topographischen Extremen und den allgegenwärtigen Vorschriften und der Bürokratie.

Nun schauen wir aber vorwärts Richtung Kirgistan und freuen uns darauf mal nicht nach Plan und Route gehen zu müssen, keinen Guide und einen ganzen (Überwachungs-)Staat im Rücken zu haben und unsere Freiheit zu geniessen. Mal sehen wie das wird....